Das Thema „Umwelt“ gehört seit Jahren zu einer unserer vordringlichsten Aufgabe. Politisch ist es mit dem ewigen Hin und Her ein Treten an Ort, eine „Pflästerli-Politik“ mit vielen Vorschlägen, die jedoch in der Realisation in der Politik und im Volk kurzfristig nicht erfolgs-versprechend sind. Was dabei jedoch nicht berücksichtigt wird, ist ein möglicher kausaler Zusammenhang zwischen der Umwelt und den ganzjährigen teils unsinnigen und fragwürdigen und branchenübergreifenden Rabattangeboten.
Rabatte und ihre Auswirkungen auf die Umwelt
Die den Konsumenten gewährten Rabatte dienen längst nicht mehr nur der Abstossung von Überangeboten, es ist ein gewichtiger Teil der Verkaufsstrategien geworden. Vor Jahrzehnten dienten am Saisonende die „Amtlich bewilligten Ausverkäufe“ der Lagerräumung von saisonalen Artikeln, wie Sommer- und Wintersportausrüstungen, Kleidern, Schuhen u.a., was noch heute seine Berechtigung hat. Die Kunden werden seit Jahren mit einer ganzjährigen „Rabattitis“ verführt, damit sie über ihr momentanes Bedürfnis hinaus einkaufen. Mit anderen Worten, unter dem Strich wird mit Rabatten bis 50% und XXL-Angeboten günstig eingekauft. Untersuchungen stellten fest, dass über dem Strich in der Schweiz jährlich ungefähr 2,8 Millionen Tonnen Lebensmittel (620 Franken pro Kopf und Jahr) der Vernichtung zugeführt werden, nebst den vielen Kleidern, Kunststoffartikeln und Geräten sowie vieles andere. Dass verderbliche Lebensmittel, gewisse Haushaltartikel und Medikamente mit einem Ablaufdatum gekennzeichnet werden, ist teilweise berechtigt. Wer sich jedoch strikte an diese Daten hält und die „Abgelaufenen“ umgehend entsorgt, hilft mit, unsere Abfallberge zu vergrössern. Diese Mehreinkäufe von Aktionen steigern die Erträge der Anbieter. Die entsorgten Artikel gehen zu Lasten unserer Portemonnaies und unserer Umwelt, denn Umweltschutz beginnt im Kopf, bereits beim Einkauf.
Umkehr des Angebots- und Verkaufsverhaltens?
Dass sich mit den dauernden Tief- und Tiefstpreisen immer noch Gewinne erzielen lassen, beruht vielfach auf einer Tiefstpreisstrategie beim Einkauf der Produkte, dies oftmals zu Lasten der Produzenten. Warum werden ganzjährig „Rabatte“ verkauft, die die Kunden motivieren zu viel einzukaufen, d.h. Artikel, die sie im „Rabattrausch“ ohne dringendes Bedürfnis einkaufen? Mit anderen Worten, die Umsätze und Gewinne der Anbieter werden durch den „Kaufrausch“ in die Höhe getrieben. Ebenfalls bei den Anbietern steigen die Fixkosten, die mit steigenden Mehrumsätzen wiederum ausgeglichen werden müssen. Wäre es für unsere Produzenten und Handels-unternehmen nicht sinnvoller und ehrlicher, die Preise, vor allem für Grundnahrungsmittel, ganzjährig und dauernd ohne Rabatte anzubieten? Zum Vorteil der Konsumenten, der Produzenten und unserer Umwelt. Wo liegt heute die Glaubwürdigkeit von Lieferanten. wenn gewisse Produkte ganzjährig mit 30 bis 50 Prozent Rabatt angeboten werden?
Selbstverständlich bin ich mir bewusst, dass diese «Umkehr» in unsere auf Rabatte getrimmte Konsumwelt ein nicht durchführbares Anliegen bleiben wird. Der Konsument wird anstelle einer ehrlicheren Preispolitik der Anbieter weiterhin mit Versprechungen, Rabatten und Tiefpreisen „überschüttet“, denn dieser „Zug“ der Mässigung ist im Konkurrenzkampf der grossen Discounter „längst abgefahren“, zum längerfristigen Nachteil der Umwelt und der gesamten Menschheit.