ICH, ich … und die Gesellschaft

Die Basis unseres gesellschaftlichen und sozialen Zusammenlebens sind wir Menschen. Die verschiedensten Charaktere und Gesellschaftsschichten sind miteinander verbunden, müssen zusammenleben und sind aufeinander angewiesen. Ob nun eine gesellschaftliche Entwicklung positiv oder negativ verläuft, ist oftmals das Resultat einzelner Personen und ihren «Hörigen». Diese drängen sich zu oft in den Vordergrund, wollen oder können sich mit ihrem autoritär geprägten Führungsstil nicht ein- oder unterordnen. Dies zum Nachteil notwendiger und gemeinsamer Lösungsfindungen, sei es in der näheren Umgebung oder weltweit .

Das angeborene ICH
Jeder Mensch wird als eigenständige Persönlichkeit mit einem ICH geboren. Je nach seinen persönlichen und vererbten Genen, seinem sozialen, kulturellen, politischen und gesell-schaftlichen Hintergrund oder Umfeld kann sich das ICH verschiedenartig entwickeln, sei es zum Täter- oder Opfertypus. Das persönliche ICH beinhaltet die Identität eines Menschen und kann – je nach Charaktereigenschaften – von aussen manipulierbar sein, aufbauend, abwertend oder niederdrückend.

Das persönliche ICH
Im Laufe seiner Entwicklung verändert sich das persönliche ICH eines Menschen. Familie, Schule, Freundeskreis, Ausbildungs- und Arbeitsstellen haben auf die charakterliche Entwicklung einen prägenden und nachhaltigen Einfluss. Ein persönliches wertneutrales ICH bildet die Basis zu einem Selbstbewusstsein, das beim gesellschaftlichen und beruflichen Werdegang eines Menschen mitbestimmend ist und für seine Zukunft wegweisend sein kann. Dies heisst, Führungspositionen erfordern Menschen mit einem bewussteren ICH, jedoch einem ICH «mit Rückgrat» und Kooperationsbereitschaft, das zu einer objektiven und konstruktiven Zusammenarbeit fähig ist um sich in einem Team einfügen zu können.

Das «Über»-ICH
Im Gegensatz zum wertneutralen steht das sich in den Vordergrund drängende ICH. Dies von Personen mit einer stark überhöhten und narzistischen Selbsteinschätzung, die sich immer «ins beste Licht» drängen, um keine Antworten verlegen sind, sowie alles selbst entscheiden wollen. Es sind nach aussen oftmals Persönlichkeiten «ohne Fehl und Tadel», die gemachte Fehler oder Fehleinschätzungen bagatellisieren, schönreden oder an andere «delegieren». Objektive und sachliche Kritik werden von ihnen meist als «persönliche Angriffe» empfunden und dement-sprechend reagieren sie empfindlich. Die Bereitschaft vorurteilslos in Teams mitzuarbeiten, andere Meinungen gelten zu lassen, erarbeitete Entscheide vorbehaltlos zu akzeptieren und umzusetzen, bereitet dem «Über»-ICH-Typ oft grösste Mühe.

Anstehende gesellschaftliche, politische sowie wirtschaftliche Veränderungen und Probleme erfordern konsensorientierte Persönlichkeiten mit charakterlichen und beruflichen Fähig-keiten, die gewillt sind Führungsaufgaben zu übernehmen und Verantwortung zu tragen. Eigen-interessen und Selbstdarstellung dürfen nicht im Vordergrund stehen, diese verhindern oder verunmöglichen oft die rechtzeitige Umsetzung wichtiger Ziele und Massnahmen, zum Nachteil einer nachhaltigen zukunftsorientierten Entwicklung der Gesellschaft unseres Landes.

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