Diese ersten Worte des Beresina-Liedes wurde den Schweizer Söldnern gewidmet, die unter grossen Verlusten am Russlandfeldzug 1812 von Napoleon teilnahmen und an der Beresina vor den Kosaken flüchten mussten. Auf meiner bisher relativ langen Lebensreise war ich nie auf der Flucht, sondern durfte vielen Menschen in der Familie, im Beruf, in der Gesellschaft oder in der Politik begegnen. In guter Erinnerung geblieben sind mir all diejenigen Personen, die mich während vielen Jahren im privaten, freundschaftlichen, beruflichen oder gesellschaftlichen Leben begleiteten. Dabei habe ich feststellen dürfen, dass es mit positiven menschlichen und zwischenmenschlichen Eigenschaften möglich ist, gemeinsame Ziele zu verfolgen und sich dabei auch gegenseitig zu unterstützen. Ehrlichkeit, Objektivität, Vertrauenswürdigkeit, Kooperationsbereitschaft, Toleranz, uneigennützige Schaffenskraft und -freude bilden dabei wichtige Grundlagen beim Zusammenleben und -arbeiten.
Diese aufgeführten positiven menschlichen Charakterzüge allein bilden jedoch nur einen Teil unserer menschlichen Eigenart, die für alle ein zufriedenstellendes Leben und Schaffen in Familie und Gesellschaft ermöglichen kann. Auf allen unseren Lebensebenen befinden sich immer Aufgaben, Probleme oder Widersprüche, die Anpassungen, Korrekturen oder Verbesserungen erfordern. Es geht dabei nicht um persönliche Fragen oder Probleme, die meist allein entschieden werden können. Aber bei wichtigen Fragen, sei es im familiären, gesellschaftlichen oder beruflichen Umfeld, kann es unter Umständen ratsam sein, nicht allein entscheiden zu wollen oder zu müssen. Je nach Grösse, Problematik und der Wichtigkeit einer Aufgabe kann das Erarbeiten von optimalsten Lösungen in einer Arbeitsgruppe von Vorteil sein, damit für alle das zusagende und beste Ergebnis gefunden werden kann.
Aber in unserem Alltag treffen wir im Leben oder beim Arbeiten nicht immer nur auf „paradiesische“ Verhältnisse. Trotz verschiedener aufeinander treffenden Persönlichkeiten und Charaktere ist es eine unserer vielen Aufgaben, mit Toleranz und Selbstkritik ein friedliches Zusammenleben und -arbeiten zu ermöglichen. Dies nicht als Einbahnstrasse, sondern auf der Basis einer gegenseitigen Gesprächsbereitschaft, nach dem Motto „Leben und leben lassen“, in der Familie, am Arbeitsplatz, in der Politik und/oder im gesellschaftlichen Umfeld.
In diesem Sinne liegt es nur an uns, unsere „Lebensreise“ in gutem Einvernehmen, friedlich und harmonisch fortzusetzen und persönlich Verantwortung mitzutragen, nicht vor ihr zu flüchten. Mit selbstkritischem Verhalten und Toleranz könnte dieses für uns alle lebenswerte Ziel erreicht werden, denn am Ende suchen wir alle dasselbe: Zufriedenheit, Friede, Akzeptanz und Wohlergehen.