Das „Schwarz Peter“-Spiel

Als eines der ersten Kartenspiele ist das einfach zu spielende „Schwarz Peter“-Spiel bei Kindern beliebt. Das Ziel dabei ist, den Schwarzen Peter an einen anderen Mitspieler weiterzugeben und nicht am Schluss als Verlierer auf ihm sitzen zu bleiben. Dieses einfach zu spielende Kartenspiel findet später seine Fortsetzung im realen Leben auch bei Erwachsenen beim im Abschieben von Fehlern oder Verantwortungen.

Schwarzer Peter im privaten Bereich
Wo gelebt wird, entstehen Fehler, Meinungsverschiedenheiten oder Missverständnisse. Da oftmals die Fähigkeit fehlt, gemachte Fehler einzugestehen, werden „Opfer“ gesucht, denen man diese „in die Schuhe schieben“ könnte. Die teils kleinlichen oder unsinnigen Auseinander-setzungen unter Kindern, Erwachsenen oder mit Nachbarn, verbunden mit Uneinsichtigkeit, schaden langfristig vor allem den Verursachern. Auch wenn sie die „Kontrahenten“ z.B. durch Ignoranz bestrafen, merken sie leider nicht oder zu spät, dass sie sich durch ihre Rechthaberei und Voreingenommenheit selber keinen Dienst erweisen, sich dadurch auf längere Sicht ins Abseits manövrieren.

Schwarzer Peter im Beruf und in der Politik
Wo geplant und gearbeitet wird, entstehen ebenfalls Fehler. Auf allen Stufen, im beruflichen wie politischen Alltag, können sich infolge Fehleinschätzungen negative Ergebnisse ergeben, die finanziell weitreichende und gravierende Folgen haben können. Aus diesem Grund liegt es oft auf der Hand, dass auch hier versucht wirkt, gemachte Fehler zu «delegieren», resp. abzuschieben. Das Hin- und Herschieben von Verantwortlichkeiten wird ebenfalls praktiziert, da am Ende niemand für allfällige Fehler „geradestehen“ soll, will oder möchte. Charakterliche Schwäche oder versteckter Neid können auch Beweggründe sein, um sich dabei persönliche Vorteile zu erhoffen, mit dem Ziel, höhere berufliche oder politische Stellen von sich zu überzeugen. Trifft ein Erfolg ein, gibt es oft oftmals mehrere Personen, die daran beteiligt sein möchten. Bleibt jedoch das erstrebte Resultat aus, fokussiert sich das Missgeschick auf einen „Schwarzen Peter“, denn „schuld sind immer die anderen“.

Fehlt persönliche Ehrlichkeit und ein mangelnder „Rückgrat“ um Fehler einzugestehen, ist oftmals ein Hickhack vorprogrammiert. Fehlüberlegungen oder das unbewusste Fehlermachen sind uns eigen, denn dies sind wichtige Teile eines lebenslangen Lernprozesses. In der Einsicht und Anerkennung persönlicher Fehler zeigt sich die persönliche Grösse und Charakterstärke eines Menschen. Das amüsante Kartenspiel der «Schwarze Peter» soll ein Spiel bleiben und nicht dazu dienen andere zu hintergehen oder Unzulänglichkeiten zu vertuschen. Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit sind in unserem Gesellschaftssystem gewichtige Stützen, die uns ein vertrauenswürdiges Zusammenleben ermöglichen.

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