Das Wort «Toleranz» stammt aus dem Lateinischen und ist für viele ein Fremdwort. Es wird oft verwendet, manchmal ohne zu wissen, welche gesellschaftliche Bedeutung ihm dabei zukommt. Viele erwarten vom Gegenüber, immer tolerant zu sein, sind aber persönlich unfähig andere und vielfach berechtigte Meinungen und/oder Ansichten zu prüfen oder anzunehmen.
Toleranz und Verständnis nehmen in unserer Gesellschaft ab. Aktuelle Beispiele finden sich immer dort wo gegenteilige Ansichten aufeinander treffen, wie z.B. in der Politik, im Berufs-alltag oder in Glaubensfragen. Das Miteinander-Reden und Aufeinander-Zugehen wird mit teils bewussten und egoistischen Konfrontationen blockiert, die Lösungen erschweren oder sogar verunmöglichen.
Was heisst «tolerant»?
Laut Duden heisst «tolerieren»: dulden und annehmen von anderen Meinungen, auch wenn diese vorerst nicht vollumfänglich der eigenen entsprechen. Dies heisst aber nicht, dass à priori auf der eigenen Meinung beharrt wird, sondern dass gemeinsam für beide Seiten eine Lösung erarbeitet und gefunden werden kann. Intolerantes und stures Verhalten eines Einzelnen kann jedoch ein lösungsorientiertes und erfolgreiches Schaffen verhindern, sei es in privaten, gesellschaftlichen oder politischen Bereichen. Bei Voreingenommenheit, Polarisierung, auto-kratischem oder narzistischem Verhalten kann, auch durch eine Einzelperson, eine Umsetzung gemeinsam erarbeiteter Lösungen verzögert werden oder hinderlich sein.
Sicher, in uns allen sind gewisse egoistische Wesenszüge angeboren, die zu unserem Überleben und Zusammenleben notwendig sind. Dazu gehören unter anderen positive Werte wie Wahrheit, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Ordnung als wichtige gesellschaftliche Grundlage, Denen gegenüber stehen Neid, Sturheit, Intoleranz, Geltungssucht und -drang, die eine gesunde Entwicklung hemmen oder sogar verunmöglichen können.
Mit Toleranz erfolgreicher
Das gemeinsame Erarbeiten und Lösen von Aufgaben auf der Grundlage von Ehrlichkeit, Offenheit, Objektivität, Zuhören-Können und Aufeinander-Zugehen im Alltag, ist die beste Voraussetzung für erfolgreiches Schaffen. Es darf nicht das Ziel einer Diskussion sein, dass einer Arbeitsgruppe von einem Teilnehmer aus egoistischen Gründen andere Ideen oder Meinungen aufgezwungen werden. Nur mit Einsicht und Toleranz wird es möglich sein anstehende und künftige Aufgaben erfolgreich zu realisieren, sei es im privaten, beruflichen, gesellschaftlichen oder politischen Umfeld. Wer nicht fähig ist sach- und problembezogen aktiv mitzuarbeiten und dadurch wichtige Aufgaben oder Projekte blockiert oder verunmöglichgt, ist fehl am Platz.
Da zahlreiche Aufgaben oder Projekte in Arbeitsgruppen erarbeitet werden müssen, ist zur Erreichung des geplanten Zieles, die personelle Zusammensetzung eines Teams von grosser Wichtigkeit. Dazu ist nicht nur Fachwissen eine Voraussetzung, sondern ebenfalls die personelle Zusammensetzung sowie das kooperative Verhalten (Toleranz) innerhalb einer Arbeitsgruppe. Allesbesserwisser, Blender und Wendehälse behindern eine erfolgreiche Zusammenarbeit, denn nur das gemeinsam erarbeitete Ergebnis eines Teams ist massgebend und erfolgsversprechend, nicht nur eine Einzelperson.